Was ist Kaninhop?

 

Kaninhop bezeichnet man eine Sportart für Hauskaninchen, bei der sie, wie das Wort „Hop“ schon sagt, über eigens angefertigte Hindernisse springen. Dabei werden sie von ihrem Trainer an einem speziellen Brustgurt und einer Leine geführt. Die Leine dient der Sicherheit des Kaninchens an ungesicherten Orten. So kann man das Kaninchen schneller einfangen falls es sich mal erschreckt oder eine Gefahr droht. Das kann z. B. eine freilaufende Katze oder ein freilaufender Hund sein. Während des Springens sollte die Leine nicht zu straff und auch nicht zu locker gehalten werden. Ein gutes Mittelmaß verhindert dass sich das Kaninchen in der Leine verheddert oder in den Zug der Leine rennt. In Hallen oder auf abgezäunten Grundstücken kann man sein Kaninchen auch gerne ohne Leine springen lassen.


Wichtiger Aspekt beim Kaninhop ist, dass die Langohren aus freien Zügen über die Hindernisse springen. Ein leichtes Lenken mit der Hand ist erlaubt. Ein Ziehen oder Anheben mit der Leine ist nicht im Sinne dieses Sports.


Die Ursprünge des Kaninhop liegen in Schweden. Vor etwa 30 Jahren fingen Kaninchenzüchter an, ihre Kaninchen auf diese Weise zu beschäftigen. Der Kaninchensport verbreitete sich über die skandinavischen Länder, bis es Mitte der Neunziger Jahre schließlich über die Grenze von Dänemark, auch Deutschland erreichte. Mittlerweile gibt es Deutschlandweit Kaninchenzuchtvereine die diese Sportart betreiben und offene Wettbewerbe veranstalten. 2013 gab es erstmalig eine Deutsche Meisterschaft.

Wie geht Kaninhop?

 

Wer mit Kaninhop anfangen möchte, braucht zunächst natürlich ein Kaninchen. Dabei ist es völlig egal welcher Rasse oder Mischung es angehört, wie groß es ist, ob es Steh- oder Schlappohren hat, oder ob es kurzes oder langes Fell hat.

 

Wichtig ist, dass Mensch und Kaninchen ein gutes Vertrauensverhältnis zueinander besitzen, denn es soll letztendlich auch beiden Spaß bereiten. Vertrauen aufbauen kann man ganz einfach, indem man das Kaninchen aus der Hand füttert und es so langsam an den Umgang mit dem Menschen gewöhnt.

 

Das perfekte Alter fürs Kaninhop gibt es nicht. Wichtig ist dass man nicht zu früh mit Kaninhop beginnt, da die Knochen von jungen Kaninchen meist noch sehr weich sind und beim Springen einer hohen Belastung ausgesetzt sind. Deshalb sollte man auch, egal wie alt oder jung das Kaninchen ist, immer auf Rasen, Teppich oder einem anderen weichen Untergrund trainieren. Eine Turnierteilnahme ist für Kaninchen ab 5 Monaten möglich. Ein Höchstalter gibt es jedoch nicht.

 

 

Der Trainer sollte mindestens 9 Jahre alt sein um an einem Wettbewerb teilnehmen zu können. Manche Turniere bieten auch ein sogenanntes „Bambini-Springen“ an, bei dem schon Kinder ab 6 Jahren, allerdings nur unter Beaufsichtigung eines Erwachsenen, starten dürfen.

Trainingsstart

 


Um einem Kaninchen Kaninhop beizubringen braucht man ein Hindernis und Leckerchen, die das Kaninchen besonders gerne mag. Mit diesen Leckerchen werden sie angelockt und schließlich über das Hindernis geführt. Bleibt das Kaninchen vor dem Hindernis stehen, hilft es auch es darüber zu heben, damit es versteht, dass es das Hindernis überwinden muss um an das Leckerchen zu kommen. Hat das Kaninchen jedoch gar keine Lust zu springen, sollte man das Akzeptieren und das Kaninchen nicht zwingen. Ob ein Kaninchen springt oder nicht, kommt auf den Charakter an. Wir Menschen sind ja auch nicht alle sportlich veranlagt.

 

 

In den ersten Wochen sollte die Trainingshöhe langsam gesteigert werden. Springt das Kaninchen eine höhe sicher und flüssig, kann die nächste Stange aufgelegt werden.

 

Man sollte gut aufpassen, dass man das Kaninchen nicht mit der Steigerung überfordert, denn dann können sie schnell die Lust daran verlieren und dann dauert es vielleicht auch, bis das Kaninchen überhaupt wieder Lust am Training findet. Wichtig ist auch, das Training möglichst immer mit einem positiven Erlebnis zu beenden.

Klasseneinteilungen

 

Es gibt 6 verschiedene Wettbewerbsarten die auf einem Turnier angeboten werden können. Am häufigsten wird die „Gerade Bahn“ angeboten. Dabei werden die Hindernisse, wie das Wort schon sagt, in einer Geraden Bahn aufgebaut. Beim „Parcoursspringen“ werden die Hindernisse, wie beim Pferdespringen in einem nummerierten Parcours aufgebaut. Diese beiden Wettbewerbe kann man auch als „Offene Klasse“ durchführen, das heißt, dass die Kaninchen ohne Leine springen. In diesen Wettbewerben gibt es je 2 Durchläufe, im ersten Durchlauf werden nur die Fehler und eine mögliche Zeitüberschreitung gewertet. Im zweiten Durchlauf werden dann Fehler und Zeit gewertet. Die Ergebnisse eines Kaninchens das in der Geraden Bahn und dem Parcoursspringen gestarten ist, können ebenfalls noch in eine „Cup-Wertung“ eingehen.

 

Bei diesen Wettbewerben gibt es 4 Schwierigkeitsgrade. Die Leichte Klasse geht bis zu einer Höhe von 25 centimetern. Die Hindernisse der Mittelschwierigen Klasse können bis zu 35cm hoch sein und die der Schweren Klasse bis zu 40cm. Für die Profis, geht es in der Eliteklasse, mit 45 centimetern - hoch hinaus.

 

Beim Punktespringen wird die Bahn, bestehend aus 10 Hindernissen in einem Kreis aufgebaut.Das Kaninchen hat in 3 Runden je 1 Minute Zeit, soviele Hindernisse wie möglich fehlerfrei zu überwinden.

 

 

Das Ausscheidungsspringen besteht aus einer Geraden Bahn mit 10 Hindernissen. Es gibt 3 Runden in denen die Höhe in jeder Runde gesteigert wird. In den ersten Runden darf das Kaninchen nicht mehr als 3 Hindernisse reißen, sonst ist es ausgeschieden. Diese Fehler zählen allerdings nicht, es wird nur die Finalrunde gewertet.

 

 

Letzter Wettbewerb ist das Parallelspringen. Hier gibt es 2 identische Bahnen auf denen immer 2 Kaninchen gegeneinander antreten. Der Sieger kriegt einen Pluspunkt, also 1:0 und der Verlierer einen Minuspunkt, also 0:1. Sieger des Wettbewerbs ist das Kaninchen mit den meisten Pluspunkten.

Andere Kaninchensportarten

 


Neben dem Kaninhop gibt es noch eine ähnliche Sportart, das Agility. Hier gibt es auch eine Bahn, in der außer Hindernissen auch noch andere Hindernisse wie z. B. ein Reifen, ein Tunnel, eine Brücke oder eine Wippe aufgebaut sind. Die Kaninchen müssen die Bahn ohne Leine durchlaufen. An manchen Hindernissen ist farblich gekennzeichnet welchen Bereich die Kaninchen betreten müssen damit das Hindernis voll gewertet wird.

 

Eine sehr kreative Sportart ist das Bunnydance. Ähnlich wie beim Dogdancing, tanzen hier auch die Kaninchen. Es wird zu einer bestimmten Musik/Melodie eine Choreografie einstudiert. Die einfache variante vom Bunnydance ist das Klickertraining, bei dem einfache Tricks wie z. B. Pfötchen geben oder Drehungen beigebracht werden. Die meisten Besitzer lernen ihren Kaninchen die Tricks mit Hilfe eines Klickers. Jeder Klickton wird mit einem Leckerchen belohnt. So lernt das Kaninchen sehr schnell und testet spielerisch aus was sein Besitzer von ihm möchte. 

Unsere Kaninhopgruppe


Kaninhop B906 Weißenbrunn vorm Wald

 


Unsere Kaninhopgruppe besteht seit September 2009 und gehört zum Kleintierzuchtverein Weißenbrunn vorm Wald, bei Rödental. Wir haben viele aktive Mitglieder im Alter von 10 bis 20 Jahre und sogar einen Senior der zusammen mit seinen Enkeln die Kaninchen trainiert. Im Sommer trainieren wir im Schulgarten einer ehemaligen Schule (jetzt ein Museum), in dem auch jedes Jahr unser offenes Kaninhopturnier stattfindet und im Winter trainieren wir erstmalig in einer neugebauten Reithalle in Kleingarnstadt (Ebersdorf). Wir fahren gemeinsam auf ofizielle Turniere in ganz Deutschland und geben mit unseren Kaninchen auf Veranstaltungen in näherer Umgebung kleine Vorführungen.

 

Jedes Jahr am ersten Septemberwochenende findet unser offenes Kaninhopturnier statt. Vom 04.-06. September 2015 richten wir die 2. Deutsche Kaninhopmeisterschaft aus!

 

Mehr Infos über uns findest du auf www.kaninhop-weissenbrunn.jimdo.com